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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Spiritueller Impuls

Wir präsentieren regelmäßig in den Ausgaben der pc-Korrepondenz sowie monatlich auf unserer Webseite einen aktuellen „Spirituellen Impuls“. Haben Sie etwas selbst Geschriebenes oder etwas Schönes gefunden? Dann schicken Sie uns gerne Ihre Idee an: muenster@paxchristi.de oder pax christi Münster, Schillerstraße 44a, 48155 Münster. Wir freuen uns!

Februar 2018

Gott hat sich in unseren Wunden und in unserem Glück versteckt

Wir leben heute in postchristlichen Zeiten. Die meisten ZeitgenossINNen kommen ohne Gottesglaube und ohne religiöse Bindung aus. Christsein ist heute eine Sache bewusster Entscheidung. Man wächst da nicht mehr einfach hinein. Deshalb gilt es neu zu entdecken, warum Jesus eine Leuchtkraft ist..

Vieles, was durch Jesus in die Welt gekommen ist, ist heute –prinzipiell- anerkannt: z.B. die Rede von der Personwürde jedes Menschen oder der Gedanke weltweiter Solidarität. Und dennoch: Güte und Liebe so zu leben, wie er es tat, das ist schwer zu fassen und bleibt faszinierend und manchmal sogar schockierend. Wie Jesus auf die Menschen seiner Zeit zugegangen ist, insbesondere die Außenseiter, die an den Rand Gedrängten, die Krüppel, die Gescheiterten - da gab es eine ganz besondere Zuvorkommenheit und ein beispielloses Entgegenkommen. Und dann wäre da sein Widerstand gegenüber allem, was sich der Gottesherrschaft – so nannte er das –in den Weg stellt. Er kämpfte um eine Haltung der Zivilisation der Liebe, wie wir das heute nennen würden. Und da war er unbeugsam und kompromisslos.

Seit frühester Zeit ist die Erinnerung an sein Entgegenkommen auf die dunkle Jahreszeit gelegt. Da, wo es am dunkelsten wird, soll sein Licht aufgehen. Dieses Energiezentrum aus Betlehem und Nazareth ist die große Leuchte auf Erden. Mit ihm ist ein Klimawandel der besonderen Art in die Welt gekommen. Dieser zerstört nicht, wie heute an so vielen Orten der Welt. Er ist lebensförderlich, voll guter Erwärmung und mit einer Liebe ausgestattet, von der man nicht genug bekommen kann.

Christ*innen setzen darauf: Gott hat sich selbst mitgeteilt in diesem Jesus aus Nazareth. An Jesus kann abgelesen werden, wer Gott ist. Nichts im Leben ist für ihn ausgeschlossen, alles ist wichtig: Glück und Unglück, Freude und Hoffnung, Not und Verzweiflung, Krankheit und Tod, Flucht, Vertreibung und Asyl. Deshalb gilt es, auf seiner Spur und in seinem Namen in den Blick zu nehmen: "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der (Jüngerinnen und) Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches das nicht in ihren Herzen Widerhall fände.“ (GS 1)

Dieser Gott hat sich in den Wunden von uns Menschen und in unserem Glück sozusagen versteckt. Er ist uns in allem entgegengekommen. Seit Gott die Gestalt unserer Leiden angenommen hat, sind sie mehr als eine nackte und brutale Tatsache: sie sind auch die Verletzung Gottes. Eine solche Sicht lässt nicht passiv werden und die Hände in den Schoß legen; sie ermutigt dazu, die nächsten Schritte zu gehen – Hoffen besteht –und das ist eine mich überzeugende Beschreibung- im Tun des „nächsten“ Schritts, nicht des letzten.

Klaus Hagedorn