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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Papst Johannes XXIII-Preis 2021 an "Aktion Würde und Gerechtigkeit"

28. Apr 2021

Der diesjährige Papst Johannes XXIII.-Preis wird an die „Aktion Würde und Gerechtigkeit e.V.“ verliehen.

Dieser Preis wird von pax christi Münster seit 2011 alle zwei Jahre verliehen.

Er ist für Personen und Organisationen in unserem Bistum bestimmt, die im Sinne des Konzilspapstes sich für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung einsetzen und die Grundintention der Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ mit ihrem Engagement in die heutige Zeit zu übertragen: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen Widerhall fände.“ (GS 1)

„Die Aktion Würde und Gerechtigkeit setzt sich bereits seit vielen Jahren für die Rechte von Arbeitsmigrant*innen aus Ost- und Südosteuropa in der hiesigen Fleischindustrie ein“, so Maria Buchwitz, Diözesanvorsitzende von pax christi Münster.

„Schon lange, bevor die Realität dieser Menschen im Zuge der Corona-Pandemie viel mediale Aufmerksamkeit bekam, versuchte sie, die oft prekären und menschenunwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen aufzudecken, anzuklagen und zu verbessern und für ein (Arbeits-) Leben in Würde und Gerechtigkeit zu kämpfen“, so Buchwitz weiter.

Nachdem sich in 2020 mehrere Schlachthöfe als regelrechte Corona-Hotspots erwiesen hatten, wurden die Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie endlich auch öffentlich diskutiert. Dabei waren die Zustände auf Schlachthöfen bzgl. Werksverträgen und Leiharbeit mit Lohn- und Sozialdumping lange bekannt: dass Menschen angemietet, verschlissen und danach entsorgt, d.i. entlassen und beliebig ausgetauscht werden, dass sie ausgebeutet werden in sog. Zwölf-Stunden-Schichten, Sechs- bis Sieben-Tage-Wochen und durch Bezahlung unter dem Mindestlohn, dass Krankenversicherungsschutz oftmals nicht gewährleistet ist, dass sie meist unauffällig und unter sich in oft haltlosen Wohnverhältnissen mit hohen Mieten leben müssen – Umstände, die Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nahezu unmöglich machen.

Dass die AKTION Würde und Gerechtigkeit seit Jahren hier einen wichtigen Kampf gekämpft hat – gegen viele Widerstände, soll mit der Verleihung des Johannes XXIII.-Preises gewürdigt werden. Sie arbeitet an der Veränderung von ungerechten Arbeitsstrukturen. Solches Engagement konnte lange politisch keinen „Durchbruch“ erfahren. Kürzlich wurde im Bundestag und Bundesrat endlich das sogenannte „Arbeitsschutzkontrollgesetz für die Fleischindustrie“ verabschiedet. Damit ist es ab dem 1.1.21 verboten, in Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben Mitarbeiter*innen über Werksverträge anzustellen. Zum 1.4.21 soll auch Leiharbeit größtenteils verboten werden. Beschlossen wurden auch einheitliche Kontrollstandards und höhere Bußgelder. So wird die elektronische Aufzeichnung der Arbeitszeit in der Fleischindustrie zur Pflicht. Allerdings wird es weiterhin große Wachsamkeit brauchen, damit diese Regelungen wirklich umgesetzt und nicht unterlaufen werden. Dies hat sich die AKTION zur Aufgabe gemacht. Sie ist davon überzeugt, dass das Thema der gerechten und würdevollen Arbeit einen zentralen Stellenwert in einer sich immer weiter globalisierenden Wirtschaft erhalten muss.

Der Preis soll mithelfen, die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema hochzuhalten bzw. auch neue Aufmerksamkeit zu generieren. Für den Preisbeirat war es auch ein Anliegen, mit der Verleihung des Preises an die AKTION auf einen weiteren Zusammenhang von Würde und Gerechtigkeit in der Fleischindustrie aufmerksam zu machen: auf die Lieferkette, wie in Amazonien Würde und Leben vieler Bauernfamilien und indigener Völker verletzt werden durch die Rodung riesiger Flächen für Sojaanbau, der dann durch Großkonzerne exportiert wird, um bei uns in den niedersächsischen Häfen anzulanden und zu Tierfutter verarbeitet zu werden – ein direkter Zusammenhang von Zerstörung des Regenwaldes, weltweitem Klimawandel und der hiesigen Fleischindustrie sowie unserem Fleischkonsum.

In einer ersten Reaktion bekundete Prälat Kossen aus Lengerich, der Initiator und Inspirator der AKTION, im Namen des Vorstandes seine große Freude über diesen Preis. Er sieht in ihm „eine große Ermutigung für unser Engagement für die Arbeiter*innen in Großschlachtereien, die Ausbeutung und Ausgrenzung erfahren, damit sie nicht weiterhin wie ‘Wegwerfmenschen‘ behandelt werden“.

https://www.wuerde-gerechtigkeit.de/

Preisverleihung am 25. September 2021

Wir laden ein zur feierlichen Preisverleihung am 25. September 2021. In der Aula der KSHG Münster wollen wir die AKTION Würde und Gerechtigkeit e.V auszeichnen und das Thema Rechte von Arbeitsmigrant*innen aus Ost- und Südosteuropa in der hiesigen Fleischindustrie sowie die globalen Auswirkungen unseres (Fleisch)Konsums unter die Lupe nehmen.

 

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