Zum Inhalt [I]
Zur Navigation [N]
Kontakt [C] Aktuelles [2] Suchfunktion [4]
P1100025 (Medium).JPG

pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Münster: Feierliche Preisverleihung

18. Jun 2019

Das Netzwerk Kirchenasyl Münster nahm im Rahmen der Preisverleihung den 5. Papst-Johannes XXIII Preis entgegen. Ein Bericht von der Preisverleihung.

Die Feier begann mit der Begrüßung durch Stefan Leibold, Vorstandsvorsitzender von pax christi Münster.

Stefan betonte die Bedeutung der Arbeit und begrüßte Vertreter und Sympathisanten des Netzwerks sowie die Geflüchteten, die dank Kirchenasyl ein Bleiberecht oder eine Duldung erreicht hatten. Er bedauerte, dass ein solcher aktiver Kampf um die Rechte von politisch Verfolgten überhaupt nötig sei und prangerte die offiziellen Bestrebungen an, den Geflüchteten immer mehr rechtlichen Schutz und Kontakt mit ehrenamtlichen Bürgern zu verweigern.

Pfarrer Joachim Poggenklaß schilderte in seiner Laudatio viele Fälle von Kirchenasyl und machte durch sein Engagement deutlich, dass er sich selbst als einen sehr aktiven Beteiligten dieses Netzwerks betrachtet.
Das musikalische Zwischenspiel gestaltete ein iranischer Musiker mit einem Rumi-Lied, das durch meditativ-kämpferische Klänge auf einem Tanbour , einem kleinen Saiteninstrument, sehr eindrucksvoll zur gesammelten Stimmung beitrug.

Zwei Urkunden - ein Wort von Papst Johannes XXIII und eins seines Sekretärs - sowie die Büste des gewichtigen Papstes übergaben Johannes Gertz, Stefan Leibold und Eberhard Ockel den beiden Vertretern des Netzwerks, Benedikt Kern und Maria Espelkott.

Wieder hörten wir ein musikalisches Zwischenspiel, das die spirituelle Anregung des denkwürdigen Augenblicks kongenial unterstrich.

Besonders eindrucksvoll schien mir die Dankesrede von Benedikt Kern, der über Höhen und Tiefen der Kirchenasyle ebenso freimütig Rechenschaft ablegte wie seine Betroffenheit über feige Kumpanei der Kirchenleitungen mit dem BAMF äußerte, deren Vereinbarung zu unnötigen zusätzlichen problematischen Hürden für die Gemeinden führte. Statt sich mutig und uneingeschränkt hinter die Kirchenasylgemeinden zu stellen, setzten sie diese zusätzlich unter Druck. Kern ließ keinen Zweifel daran, dass Kirchenasyl eine Aktion zivilen Ungehorsams darstelle, aber dass christliches Engagement einer Gemeinde die schützende Solidarität der Kirchenleitungen zwingend erforderlich mache, wolle die Kirche nicht vollends ihre Glaubwürdigkeit verspielen.

Zwei Geflüchtete, die von Benedikt Kern und Maria Espelkotts Engagement profiitierten, schilderten ihre Erfahrungen aus dem Kirchenasyl. Alle waren sich einig in einem Dank über unglaubliche Hilfsbereitschaft und Solidarität wildfremder Menschen, die ohne Erwartung auf persönlichen Vorteil einfach um der Menschlichkeit willen handelten.

Aber noch etwas hat sich mir eingeprägt: das Kirchenasyl beschränkt in ähnlicher Weise die persönliche Bewegungsfreiheit des Geflüchteten wie ein Gefängnis, so sehr sich die beteiligten Helfer*innen auch um Zerstreuung und Trost bemühen. Und die Angst vor drohender Abschiebung ist der ständige Begleiter. Kein Wunder, dass Depressionen unter Geflüchteten - bis hin zum Suizid - alltäglich sind.

Norbert Mette sprach ein Segensgebet mit Worten von Papst Franziskus zum Abschluss des offiziellen Teils, der noch durch ein weiteres musikalischen Highlight abgerundet wurde.

Dann konnten sich die Gäste von Nah und Fern bei einem leckeren Imbiss mit kalten und warmen Getränken über das Gehörte unterhalten und mit den Veranstaltern und Vortragenden austauschen. 

Bericht von Eberhard Ockel, Vorstandsmitglied pax christi Münster

 

Aktiv