Fluchtgrund Waffenhandel
04. Sep 2018 – 19:30 Uhr
, Aula der KSHG Münster, Frauenstraße 3-6
Zurzeit toben
weltweit mehr als 30 Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen. Millionen
Menschen befinden sich auf der Flucht. Von Kriegen und Bürgerkriegen profitierten
allen voran die Rüstungsproduzenten und -exporteure in den USA, Russland,
China, Frankreich und Deutschland. Das schwedische Friedensforschungsinstitut
SIPRI dokumentiert, dass das weltweite Rüstungsexportvolumen von 2002 bis heute
um mehr als 50 Prozent gesteigert wurde. Unterstützt wird diese Entwicklung von
Regierungen, die von Frieden reden und zugleich Kriege ermöglichen. Deutschland trägt massiv
Mitverantwortung an der Massenflucht: Mit Waffenlieferungen wird Öl ins Feuer
von Kriegen und Bürgerkriegen gegossen. Das Ergebnis ist augenscheinlich: Wer
Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten.
Jürgen Grässlin bringt Licht ins Dunkel des weltweiten Waffenhandels und er beantwortet die zentralen Fragen:
Wie werden Kriege durch Waffenhandel eingeheizt und
verlängert? Wer sind die Opfer, wer die Täter? Welche deutschen Waffen gelangen
auf welchem Weg – legal wie illegal – in Krisen- und Kriegsgebiete? Inwiefern
trägt der Einsatz dieser Kriegswaffen zu Menschenrechtsverletzungen in den
Empfängerländern bei und fördert somit die Flucht von Millionen Menschen? Was
kann das neue GLOBAL NET – STOP THE ARMS TRADE (GN-STAT) zur Aufklärung
beitragen? Und welche konkreten Handlungsansätze bietet die Kampagne „Aktion
Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“?
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Jürgen Grässlin ist Sprecher der Kampagne »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!«, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK), Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.), Sprecher der Kritischen AktionärInnen Daimler (KAD) und Mitbegründer der Kritischen Aktionär*innen Heckler & Koch (KAH&K).
Er ist Autor zahlreicher kritischer Sachbücher über Rüstungsexporte sowie Militär- und Wirtschaftspolitik, darunter internationale Bestseller. Zuletzt verfasste er das »Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient« mit weit mehr als 200 Lesungen und das »Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden«.
Grässlin wurde mit bislang zehn Preisen für Frieden, Zivilcourage, Medienarbeit und Menschenrechte ausgezeichnet, u.a. mit dem »Aachener Friedenspreis«. Zuletzt wurde er mit dem »GRIMME-Medienpreis« und dem »Marler Medienpreis Menschenrechte« von Amnesty International geehrt.
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Veranstaltet von pax christi Diözesanverband Münster in Kooperation mit Eine Welt Forum Münster, DFG-VK Münster, Münster – Stadt der Zuflucht
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Kommission Rüstungsexporte
Rüstungsexport verschäft Konflikte und widerspricht christlicher Ethik. Seit vielen Jahren engagiert sich pax christi dafür, Rüstungsexporten aus Deutschland einen Riegel vorzuschieben. Waffen töten. Sie sind keine "normalen Handelsgüter" und dürfen es im Bewusstsein der Menschen und im wirtschaftlichen Alltag auch nicht werden.